11.9.2026 · BIFAG Redaktion
Leichtkransysteme & Gesundheitsschutz: Warum sich ein Leichtkransystem bereits beim ersten Arbeitsausfall rechnet.
Rückenschmerzen, Schulterbeschwerden und andere Muskel-Skelett-Erkrankungen gehören zu den häufigsten gesundheitlichen Problemen am Arbeitsplatz. Besonders gefährdet sind Mitarbeitende, die regelmässig Lasten heben, tragen, drehen oder positionieren müssen. Was im Arbeitsalltag zunächst harmlos erscheint, kann über Monate und Jahre zu einer erheblichen körperlichen Belastung werden. Deshalb ist die manuelle Lastenhandhabung auch für die Gesundheitsschutz ein wichtiges Thema. Das Schweizer Arbeitsrecht verlangt von Unternehmen, gesundheitliche Belastungen beim Umgang mit Lasten möglichst zu vermeiden. Technische Hilfsmittel wie Leichtkransysteme können dabei eine entscheidende Rolle spielen.
In diesem Beitrag erfahren Sie:
- welche Anforderungen bei der manuellen Lastenhandhabung gelten,
- wann technische Hilfsmittel sinnvoll oder notwendig werden,
- wie ein Aluminium-Leichtkran Mitarbeitende körperlich entlastet,
- und warum Ergonomie auch wirtschaftlich interessant ist.
Muskel-Skelett-Erkrankungen: Das unterschätzte Risiko am Arbeitsplatz
Muskel-Skelett-Erkrankungen entstehen häufig nicht durch einen einzelnen Vorfall. Vielmehr sind sie das Ergebnis wiederkehrender Belastungen.
Typische Beispiele sind:
- regelmässiges Heben und Tragen,
- Arbeiten mit vorgeneigtem Oberkörper,
- Drehen des Körpers unter Last,
- körperfernes Halten von Werkstücken,
- häufig wiederholte Hebevorgänge,
- oder das manuelle Positionieren schwerer beziehungsweise unhandlicher Bauteile.
Die Suva bezeichnet Muskel-Skelett-Erkrankungen als ein verbreitetes Gesundheitsproblem und als eine der häufigsten Ursachen für krankheitsbedingte Arbeitsausfälle.
Für Unternehmen bedeutet dies nicht nur ein gesundheitliches Risiko für die Mitarbeitenden. Körperliche Überbelastung kann auch direkte wirtschaftliche Folgen haben: Absenzen, Produktionsausfälle, Überstunden, Terminverzögerungen und zusätzliche Belastungen für das restliche Team.
Gesundheitsschutz in der Schweiz: Was gilt beim manuellen Heben und Tragen?
Die Anforderungen sind klar.
Gemäss Art. 25 der Verordnung 3 zum Arbeitsgesetz (ArGV 3) müssen Arbeitgeber dafür sorgen, dass Arbeitnehmende Lasten nicht unnötig manuell heben, tragen, ziehen oder schieben müssen.
Die Wegleitung des SECO nennt ausdrücklich geeignete Arbeitsmittel wie mechanische Hebe- und Transporthilfen. Können schwere oder unhandliche Lasten nicht vermieden werden, sind technische Massnahmen vorzusehen.
Dazu gehören beispielsweise:
- Krane,
- Hebezeuge,
- Hebebühnen,
- Flaschenzüge,
- Rollenbahnen,
- Transportbänder,
- höhenverstellbare Ablagen und weitere Hebehilfen.
Für die Gesundheitsschutz bedeutet das: Schulungen zum richtigen Heben sind wichtig – sie ersetzen aber nicht automatisch eine technische Lösung, wenn eine Tätigkeit dauerhaft zu einer hohen körperlichen Belastung führt.

Das Arbeiten mit einem Aluminium-Leichtkran ist nicht nur schonender für die Mitarbeiter, sondern in der Regel auch effizienter.
Wie schwer darf eine Last von Hand sein?
Eine pauschale Gewichtsgrenze greift zu kurz. Entscheidend sind neben dem Gewicht auch die Häufigkeit, die Körperhaltung, die Distanz der Last zum Körper und die konkrete Arbeitssituation.
Als Richtwerte nennt die Suva für das gelegentliche manuelle Bewegen von Lasten:
- bis 25 kg für Männer,
- bis 15 kg für Frauen.
Bei regelmässigem Umgang mit Lasten – definiert als mehr als viermal pro Stunde – empfiehlt die Suva bereits ab 12 kg bei Männern beziehungsweise 7 kg bei Frauen eine Beurteilung der körperlichen Belastung.
Hier gehts zu den Bestimmungen der SUVA.
Diese Zahlen zeigen: Nicht erst das Heben von 25 oder 30 Kilogramm kann problematisch sein. Auch wesentlich kleinere Lasten können eine relevante Belastung darstellen, wenn sie häufig bewegt werden oder dabei ungünstige Körperhaltungen entstehen.
Nicht nur das Gewicht entscheidet
Bei der Beurteilung eines Arbeitsplatzes werden mehrere Faktoren berücksichtigt.
Gewicht der Last
Je schwerer eine Last ist, desto höher ist grundsätzlich die körperliche Beanspruchung.
Häufigkeit
Zwanzig Kilogramm einmal am Tag zu bewegen ist etwas anderes, als dieselbe Last mehrmals pro Stunde aufzunehmen und abzusetzen. Körperhaltung Besonders kritisch sind Arbeiten mit gebeugtem oder verdrehtem Oberkörper sowie das Heben über Schulterhöhe oder vom Boden.
Abstand zum Körper
Eine körpernah geführte Last belastet den Bewegungsapparat weniger als ein Werkstück, das mit ausgestreckten Armen gehalten werden muss.
Platzverhältnisse
Enge Arbeitsbereiche, Hindernisse oder fehlende Bewegungsfreiheit können zusätzliche Zwangshaltungen verursachen.
Mit ihrem Beurteilungsinstrument für das Heben und Tragen berücksichtigt die Suva genau diese Faktoren.

Auch bei verwinkelten Arbeitsplätzen oder Arbeitsplätzen mit wenig Platz, gibt es Lösungen. Zum Beispiel mit einem Teleskopausleger.
Das STOP-Prinzip: Technische Massnahmen vor reinen Verhaltensregeln
In der Gesundheitsschutz werden Schutzmassnahmen grundsätzlich nach dem sogenannten STOP-Prinzip priorisiert:
- S – Substitution: Gefährdung möglichst vermeiden oder ersetzen
- T – Technische Massnahmen: Belastung mit technischen Lösungen reduzieren
- O – Organisatorische Massnahmen: Arbeitsabläufe entsprechend gestalten
- P – Personenbezogene Massnahmen: Mitarbeitende instruieren und schützen
Für die Lastenhandhabung bedeutet dies: Wo eine Belastung technisch reduziert werden kann, sollte nicht ausschliesslich darauf vertraut werden, dass Mitarbeitende eine schwere oder unhandliche Last «richtig» heben.
Eine technische Hebehilfe reduziert die Belastung direkt an der Ursache.
Genau hier kommen moderne Leichtkransysteme zum Einsatz.
Mehr Know-How über die Ergonomie am Arbeitsplatz finden Sie hier.
Wie Leichtkransysteme die Ergonomie verbessern
Leichtkransysteme schliessen die Lücke zwischen rein manueller Lastenhandhabung und klassischen Hallenkranen. Sie eignen sich besonders für Arbeitsplätze, an denen Lasten häufig aufgenommen, verschoben und präzise positioniert werden müssen.
Ein moderner Aluminium-Leichtkran bietet dabei mehrere ergonomische Vorteile.
Weniger Kraftaufwand beim Bewegen von Lasten
Aluminiumprofile besitzen ein geringes Eigengewicht. In Verbindung mit leichtgängigen Fahrwerken können Lasten mit vergleichsweise wenig Kraft bewegt werden. Bei den von BIFAG eingesetzten Aluminium-Leichtkransystemen steht genau dieser Leichtlauf im Zentrum. Dadurch können auch häufig wiederkehrende Transportbewegungen ergonomischer ausgeführt werden.
Lasten präzise positionieren
In Montage und Produktion muss eine Last häufig nicht nur von A nach B transportiert werden.
Bauteile müssen beispielsweise:
- in eine Maschine eingesetzt,
- an einem Montageplatz positioniert,
- ausgerichtet,
- gedreht,
- oder kontrolliert abgesenkt werden.
Mit einem passenden Leichtkransystem lassen sich solche Bewegungen kontrolliert durchführen. Belastende Ausgleichsbewegungen mit Armen, Schultern oder Rücken können dadurch reduziert werden.
Kurze Wege statt manuelle Transporte
Ein weiterer Vorteil liegt in der flächendeckenden Nutzung. Leichtkransysteme können so ausgelegt werden, dass sie ganze Montageplätze, Produktionsbereiche oder Fertigungslinien abdecken. Die Last wird dort aufgenommen, wo sie anfällt, und möglichst direkt dorthin transportiert, wo sie benötigt wird. Unnötige manuelle Zwischenwege lassen sich dadurch reduzieren.
Hohe Akzeptanz im Arbeitsalltag
Eine ergonomische Lösung funktioniert nur, wenn sie tatsächlich genutzt wird. Komplizierte oder langsame Hilfsmittel werden im hektischen Produktionsalltag gerne umgangen. Ein Aluminium-Leichtkran ist deshalb besonders interessant, wenn er sich leicht bewegen lässt und den bestehenden Prozess unterstützt, statt ihn zu verlangsamen.
Die Ergonomie verbessert sich – ohne dass die Produktivität darunter leiden muss.

*Vor allem wenn mehr als eine Person bei einer Last beim Heben hilft, wird diese meist unterschätzt, oder man hebt mehr als gesund ist um seine Mitarbeitenden zu entlasten. Ein Leichtkran schafft auch hier Abhilfe. *
Aluminium-Leichtkran: Besonders geeignet für häufige manuelle Bewegungen
Stahl- und Aluminium-Kransysteme haben je nach Anwendung ihre Berechtigung. Wenn Lasten jedoch häufig von Hand verfahren werden, bietet Aluminium einen entscheidenden Vorteil: das geringere Eigengewicht des Kransystems. Dadurch sind geringere Kräfte zum Verfahren notwendig.
BIFAG setzt unter anderem auf modulare eepos Aluminium-Leichtkransysteme. Sie können für unterschiedliche Arbeitsbereiche konfiguriert und in bestehende Produktionsinfrastrukturen integriert werden.
Je nach Ausführung sind damit Lösungen für:
- Montageplätze,
- Fertigungslinien,
- Maschinen- und Anlagenbau,
- Verpackung,
- Kommissionierung,
- Werkstätten,
- sowie Bereiche mit häufigem Lastumschlag möglich.
Ergonomie und Gesundheitsschutz rechnen sich
Ergonomie wird manchmal als Komfortthema betrachtet. Dabei können ergonomische Verbesserungen einen direkten wirtschaftlichen Nutzen haben.
Die Suva hat für eine Betrachtung zu arbeitsbedingten Beschwerden des Bewegungsapparats mit Kosten von rund CHF 1’000 pro Ausfalltag gerechnet. Ein dreiwöchiger Ausfall mit 15 Arbeitstagen entspricht damit rechnerisch bereits rund: 15 Tage × CHF 1’000 = CHF 15’000
Dabei sind betriebsinterne Folgewirkungen wie Terminverschiebungen, organisatorischer Mehraufwand oder Belastungen für andere Mitarbeitende noch nicht zwingend vollständig berücksichtigt. Ein ergonomischer Arbeitsplatz kann deshalb nicht nur zur Gesundheitsschutz, sondern auch zur Wirtschaftlichkeit eines Betriebs beitragen.
Hier gehts zu den Empfehlungen der SUVA.
Wann lohnt sich ein Leichtkransystem?
Ein genauer Blick auf die Arbeitsplätze lohnt sich insbesondere, wenn Mitarbeitende:
- regelmässig Lasten von Hand bewegen,
- Bauteile wiederholt aufnehmen und absetzen,
- Lasten körperfern halten müssen,
- unter Last Drehbewegungen ausführen,
- Werkstücke über Schulterhöhe oder vom Boden aufnehmen,
- schwere Komponenten präzise positionieren müssen,
- der bereits über körperliche Beschwerden klagen.
Auch bei der Planung neuer Produktions- oder Montagearbeitsplätze sollte die Ergonomie früh berücksichtigt werden. Ein nachträglich integriertes System ist zwar häufig möglich. Noch effizienter ist es jedoch, Leichtkransysteme bereits bei der Arbeitsplatz- und Prozessplanung einzubeziehen.
Fazit: Gesundheitsschutz beginnt bei der Gestaltung des Arbeitsplatzes
Manuelle Lastenhandhabung gehört in vielen Produktions- und Montagebetrieben zum Alltag. Das bedeutet jedoch nicht, dass körperliche Belastungen einfach akzeptiert werden müssen. Die gesetzlichen Vorgaben und Empfehlungen von SECO und Suva zeigen klar: Risiken beim Heben und Tragen sollen beurteilt und soweit möglich reduziert werden. Technische Hilfsmittel spielen dabei eine zentrale Rolle.
Moderne Leichtkransysteme können Mitarbeitende bei häufigen Hebe-, Transport- und Positionieraufgaben wirkungsvoll unterstützen. Ein leichtgängiger Aluminium-Leichtkran verbindet Ergonomie mit effizienten Arbeitsabläufen und kann damit einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsschutz leisten.
Ergonomie-Beratung und Leichtkransysteme von BIFAG
Jeder Arbeitsplatz stellt andere Anforderungen. Deshalb beginnt eine sinnvolle Lösung nicht mit einem Katalogprodukt, sondern mit der Analyse der tatsächlichen Arbeitsabläufe. Die BIFAG AG unterstützt Unternehmen in der Schweiz bei der Planung und Umsetzung ergonomischer Leichtkransysteme für Produktion, Montage und Intralogistik.
Dabei werden unter anderem berücksichtigt: •
- vorhandene Hallen- und Deckenkonstruktionen,
- Traglasten und Spannweiten,
- Anzahl und Häufigkeit der Lastbewegungen,
- Arbeits- und Bewegungsbereiche,
- bestehende Produktionsprozesse,
- Anforderungen an Ergonomie und Gesundheitsschutz,
- sowie zukünftige Erweiterungsmöglichkeiten.
Auf dieser Basis entsteht ein Kransystem, das nicht nur technisch passt, sondern den Arbeitsalltag tatsächlich erleichtert.
Sie möchten wissen, ob sich ein Aluminium-Leichtkran für Ihren Arbeitsplatz eignet?
BIFAG analysiert Ihre Situation vor Ort und zeigt Ihnen auf, wie sich Lasten sicherer, ergonomischer und effizienter bewegen lassen.
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